Gebratener Kartoffelbrei mit Bohnen und Pfifferlingen

Kartoffelbrei Bohnen Pfifferlinge vegan Rezept

Wir schreiben den 23. September 2016. 19:23 Uhr. Am Strand von Barcelona ziehen die Gewitterwolken auf. Grau in grau in grau. Stürmisch ist es, Unheil bahnt sich an. Aber irgendwas hält uns gefesselt und wir können uns nicht so schnell von diesem mächtigen Anblick loseisen. Kurz auf die Uhr geschaut merken wir jedoch, es ist Zeit zu gehen. Wir werden erwartet. 

20:09 Uhr. Eine Menschentraube sammelt sich am Ausgang der Diagonal Haltestelle. Die Leute warten vor der Treppe und es reicht ein Blick nach oben, um zu wissen warum. Die Wolken am Himmel haben sich noch mehr verdichtet. Was in dem gefühlt Kilometerlangen Weg, den wir unterirdisch gelaufen sind, um endlich die Haltestelle verlassen zu können, nicht zu erahnen war, zeigt sich jetzt ganz ohne Scheu: Regen. Regen, der so stark ist, dass man eigentlich nur in einer Decke eingepackt mit Tee und Buch im Bett liegen und ihn vom Fenster aus beobachten möchte. Regen, der so laut ist, dass ich mich an Tage in meiner Kindheit zurückerinnere, als ich dem Prasseln auf meinem Dachfenster lauschte. Regen, der alles mögliche in mir auslöst, außer, dass ich mich jetzt in meinem bodenlangen Kleid, ohne dem Schutz von festem Schuhwerk, geschweige denn eines Regenschirms, nach draußen wagen will. Wenn da nicht der Lauf der Zeit wäre, die offensichtlich gegen uns spielt…

20:16 Uhr. Unter dem Vordach von Yves Saint Laurent suchen wir Schutz. Ich habe bereits am ganzen Körper Gänsehaut. Mein Kleid ist schwer geworden, von dem Wasser, das es aufgesogen hat. Ein verzweifelter Blick auf die Karte. Noch mehr als eine viertel Stunde Fußmarsch wartet auf uns. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Kurz haben wir mit dem Gedanken gespielt, für 150€ einen Schirm in einer der Luxusläden zu ergattern, so groß war uns die Not. Die Augen sind auf den Asphalt vor uns gerichtet, wo die Regentropfen munter aufschlagen. Es nähern sich Füße, die erst kurz vor uns halt machen. Unter dem dämpfenden Geräusch des Regens hören wir eine Stimme etwas sagen. Doch die Worte kommen erst nach mehrmaligem Wiederholen bei uns an:”Parasol?…Umbrella?”. Ich weiß nicht, ob dieser Mann, der gerade mit zwei Regenschirmen vor uns steht, auf den Namen Saint Laurent hört, aber eins ist klar, in unseren Augen ist er ein Heiliger. Für läppische 5€ erschwingen wir den klassischen Schirm in Schwarz und trauen uns nun endlich, den Fußmarsch anzutreten.

20:38 Uhr. Unser Ziel liegt schließlich vor uns. Von Außen wirkt das Gebäude recht unscheinbar. Fast hätten wir bei der vom Regen erschwerten Sicht den Eingang verpasst, wäre da nicht Google Maps, Freund und Helfer in der Not (solange ich nicht die Karte lesen muss..). Der Schirm wird zusammengeklappt und wir treten durch die Tür. Eine Treppe führt uns in den Keller. Der Raum, der uns erwartet, hat Wände aus Backstein. Ich bin nicht nur froh, endlich dem Regen entkommen zu sein. Ich bin froh, dass wir genau hier angekommen sind.  Ein freundlicher Kellner bringt uns zu unserem Tisch und schon bald wählen wir aus der Karte all die veganen Köstlichkeiten, die das Céleri zu bieten hat. Das Restaurant in Barcelona hat sich auf saisonales Gemüse spezialisiert und kreiert zu jeder Gemüsesorte verschiedene Variationen, bei denen es immer auch ein veganes Gericht gibt.  Ich merke, wie ich von Gang zu Gang entspannter werde. Wie meine unterkühlten Glieder sich aufwärmen können und ich so langsam vergesse, dass mein Kleid noch immer durchnässt ist.

22:02 Uhr. Gericht Nummer vier wird vom Koch höchstpersönlich, den man zuvor noch in der offenen Küche bei der Arbeit beobachten konnte, an unseren Tisch gebracht. Kurz erklärt er uns, was wir auf dem Teller anfinden können. Macaria patatas mit Bohnen und Pfifferlingen. Was Marcaria genau bedeutet, habe ich nach kurzer Recherche rausfinden können: Gesegnet. Dem ist meiner Meinung nach wenig hinzuzufügen. Die verschiedenen Aromen, die hier aufeinandertreffen, lassen mich alles um mich herum vergessen. Ich fühle mich geborgen, ich fühle mich wohl. Glückselig.

Kartoffelbrei mit Pilzen

00:36 Uhr. Vollgefuttert liege ich im Bett. Ein Lächeln liegt mir auf den Lippen. Ich denke über all die Köstlichkeiten nach, die ich an meinem Geburtstag genießen konnte. Von so vielen Dingen wurde ich heute inspiriert und in mir kommt der Wunsch auf, dieses Gefühl mit so vielen Menschen wie möglich teilen zu können. Ich nehme mir vor, vieles der probierten Dinge auf meine Interpretation nachzukochen. So ist letztendlich auch dieses Gericht entstanden. Ich weiß nicht, wie nah meine Version dem Original kommt. Darauf kommt es mir aber auch nicht an. Ich weiß, dass ich etwas kreiert habe, dass mich auf meine Art glückselig stimmt und ich lade euch herzlich dazu ein, dieses Gefühl für euch zu erleben.


Gebratener Kartoffelbrei mit Bohnen und Pfifferlingen

[print-me]

Zutaten für 4 Patties

– 500g mehlig kochende Kartoffeln

– 150g grüne Buschbohnen

– 80g Pfifferlinge

– 4 Tl. Kartoffelmehl

– 1 Spritzer Zitronensaft

– 1 Tl. Meersalz

– 1/2 Tl. Pfeffer

– etwas pflanzliche Margarine zum Anbraten

1. Kartoffeln schälen, vierteln und in Salzwasser gar kochen.

2. Die gekochten Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer zu Brei bearbeiten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

3. Den Brei zu Patties formen und jeden Patty mit einem Tl. Kartoffelmehl bestäuben.

4. Die Bohnen erst kurz vor dem Kochen waschen, damit sie frisch bleiben. Die Enden der Bohnen abschneiden.

5. Die Bohnen in Salzwasser für ca. 10 Minuten kochen. Dann mit kaltem Wasser abschrecken, damit sie möglichst grün bleiben. Ein Spritzer Zitronensaft über die Bohnen geben.

6. Die Pfifferlinge putzen (kann super anstrengend sein und lange dauern, kann aber auch sehr meditativ und entspannend sein!) und die Enden wegschneiden.

grüne Bohnen

7. In eine Pfanne etwas pflanzliche Margarine geben. Die Pilze für 3-4 Minuten anbraten, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Etwas Salz und Pfeffer über die Pfifferlinge geben.

8. Die Kartoffel-Patties kurz von beiden Seiten in etwas Margarine anbraten.

9. Die Bohnen auf den Patties platzieren und jeweils etwas Pfifferlinge drüber geben.

10. Genießen 🙂

veganes Rezept mit Pfifferlingen

Flora isst mit Leidenschaft. Flora ist detailverliebt. Hat sich mit sieben Jahren dazu entschieden keine Tiere mehr zu essen. Spiritual Animal: Pandabär.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.